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Schätzungskorrekturen

Bei scrum.org habe ich einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema Schätzungskorrekturen gefunden:

The Deadly Disease of the Focus Factor

Obgleich er mir bei meinem aktuellen Problem nur bedingt weiterhilft, werden doch einige Fehler aufgelistet, die offensichtlich immer wieder gemacht werden. Einige davon kannte ich bereits andere habe ich auch selbst schon gemacht.

Das folgende Zitat beschreibt auf wunderbare Weise, was Softwareentwicklung wirklich ist und wie sie fälschlicherweise noch immer gesehen wird:

More seriously, software development is not a factory activity. It is not about pushing materials, such as “requirements” through a production line. It is not about always getting predictable results with low variation as output at the end of the line. Software development is about delivering value to customers.

Produktivitätskiller

Im Toolblog habe ich heute eine schöne Infografik zum Thema “So vernichten Sie Ihre Produktivität” gefunden.

So vernichten Sie Ihre Produktivität – 8 effektive Tipps
So vernichten Sie Ihre Produktivität – 8 effektive Tipps – Eine Infografik von industrystock.de

Wunderbar ironisch werden hier einige wichtige Produktivitätskiller aufgeführt. Da mir dieses Thema schon lange unter den Nägeln brennt will ich hier mal zu den einzelnen Punkten meinen Senf dazu geben.

  1. E-Mails checken – Richtig so. Email ist ein asynchrones Kommunikationsmedium und sollte auch als solches behandelt werden. Ich habe mir angewöhnt, früh, wenn ich ins Büro komme und nach dem Mittagessen mein Emailpostfach zu checken – gelegentlich auch zwischendurch, wenn ich gerade Zeit habe. Notifikationen sind ganz bewußt deaktiviert.
  2. Im Internet surfen – Das sollte man etwas differenziert betrachten. Kurze Pausen – News lesen – können die Produktivität durchaus positiv beeinflussen. Hier gilt es Maß zu halten.
  3. Schreibtisch-Chaos – Mir persönlich macht ein aufgeräumter Schreibtisch mehr Spaß als ein zugemüllter – das trifft selbstverständlich auch auf das digitale Pendant zu. Allerdings muss Chaos auf dem Schreibtisch nicht zwingend unproduktiv machen. Ich habe einige Kollegen, bei denen ich mich regelmäßig frage, wie sie überhaupt noch irgend etwas finden, und die trotzdem effizient zu arbeiten scheinen.
  4. Multitasking – JAAAA das ist das Schlimmste! 20 Minuten absolut fokussiertes Arbeiten an einen Thema ist unglaublich effizient. Das ist eines der Grundprinzipien, die ich täglich versuche umzusetzen – jede unnötige Ablenkung von den Entwicklern fernzuhalten. Bei mir selbst gelingt mir das leider weniger gut. Im Zweifel hilft es, für eine Weile an einen anderen Ort zu arbeiten (Meetingraum, ect.).
  5. Benachrichtigungen – Hier muss man einen guten Kompromiss finden. Synchrone Kommunikation gehört nun einmal dazu. Spätestens um das Telefon kommt man wohl kaum herum.
  6. Tag der offenen Tür – Tja, das ist schwierig. Natürlich will ich immer für das Team da sein. Was hier hilft sind definierte Zeiten ohne Störung. Ich habe dafür ein Schild. Wenn das neben meinem Schreibtisch steht, dann stört niemand :). Die Infographik spielt hier aber auch auf private Gespräche an. Dazu äußere ich mich im Nachgang.
  7. Lange To-Do-Listen – Beim Thema Todolisten scheiden sich die Geister. Ich bin ein großer Fan von GTD, das Todolisten bekanntlich auf die Spitze treibt. Raus aus dem Kopf, drauf auf die passende Liste. Und einen Punkt von der Liste zu streichen kann sehr befriedigend sein ;).
  8. Meetings – Meetings können die Gesamtproduktivität durchaus steigern – wenn sie gut geplant sind und gut durchgeführt werden. Hier ist es wichtig, dass man in jedem Fall pünktlich beginnt und auch pünktlich aufhört. Wenn die Agenda am Ende nicht abgearbeitet ist – Pech gehabt. Ich habe mir angewöhnt, Meetings, die das Potential haben, überzogen zu werden, so zu legen, dass ihr geplantes Ende genau mit der Mittagspause zusammentrifft ;).
  9. Infografiken lesen 😉 – Und noch schlimmer – Infografiken im Blog kommentieren.

Ein ganz wichtiger Punkt fehlt mir allerdings und ich formuliere ihn mal ähnlich ironisch: Den Job hassen.

Ich denke es wird unterschätzt, wie stark Freude an der Arbeit die eigene Produktivität beeinflusst. Ein lockerer aber respektvoller Umgangston gehören hier genauso dazu, wie das spontane Gespräch auf dem Gang oder in der Küche. Nichts ist schlimmer als keinen Spaß an der Arbeit zu haben. Natürlich ist nicht aller Tage Sonnenschein. Aber die Grundstimmung sollte positiv sein weil man sich mit Dingen, die man gerne tut eher identifiziert. Und wer sich mit etwas identifiziert hat ein persönliches Interesse daran, das es gut wird. Der Rest ist pures Handwerk.